5th International Dragonboat Festival Hamburg

Datum: 23.-25.08.2002
Ort: Hamburg/ Allermöhe
Anzahl Teams: 51 FUN-Teams, ca. 50 DDV & internationale Teams
Platz: 13

Lange vorher wurde geplant und vorbereitet, so dass an diesem Wochenende auch nichts schief gehen konnte. Leider haben wir am 23. erfahren, dass einer unserer Paddler ins Krankenhaus musste und wir geschwächt, nicht nur sportlich sondern auch von der Stimmung her, nach Hamburg aufbrachen. Der erste Trupp fuhr um 15 Uhr in Blossin los und hatte die gesamte Verpflegung, Zelte und alle anderen wichtigen Dinge (Bier, Wein, Sekt, …) an Bord. Gedacht war, dass dieser unsere Zeltstadt aufbaut, damit die anderen, welche lange arbeiten mussten, sich nur noch an der Geburtstagsfeier beteiligten brauchten. Da zwei aus unserem Team am 23. Geburtstag hatten, wurde auch doppelt so doll gefeiert.

Nach dem Zeltaufbau im Dunkeln, sowie strömendem Regen und dem mehrmaligen Aufbau der Strominfrastruktur auf dem gesamten Zeltplatz, wurden die “Nachzügler” empfangen. Anschließend gab es aus Bernd seinem Weinkeller zahlreiche Sorten zum probiert, das Bier wurde am Kühler angeschlossen und ein spätes Picknick wurde eingelegt. Zu verfehlen waren wir auf dem Zeltplatz nicht, wir hatten das hellste und lauteste Mannschaftszelt. Und das obwohl keine Musik lief und ein Scheinwerfer kaputt war. 😉

Der nächste Morgen wurde um 07:00 Uhr beendet, da zahlreiche Teams bereits jetzt mit dem Training anfingen, Autos fast durch die Zelte fuhren und Gänse auf Beobachtungsflug gingen. Nach einem ausgiebigen Frühstück beobachteten wir unsere Zeltnachbarn bei den Vorbereitungen für die Qualifikation. Wir versuchten uns einiges abzuschauen da es doch schon etwas professioneller als bei uns aussah. Hätten wir zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass wir über die 250 m fast 23 Sekunden schneller fahren werden, hätten wir das ganze sicher sein lassen. Jedenfalls war dann auch bei uns Taktikbesprechung (Durchhalten bis ins Ziel ;-)) und die Positionsverteilung. Unser Teamcaptain machte sich auf die Suche nach einem guten Trommler, immerhin kennt er einige aus der “Szene”. Schnell fündig geworden und ein Teamshirt (offizielle Währung untereinander) geopfert, erhielten wir noch einmal eine Einweisung und es ging ins Boot.

Das Lampenfieber stieg ins unermessliche als wir in Richtung Start fuhren. Wir hatten das Gefühl, der uns zur Verfügung gestellte Steuermann übt noch ein wenig und wir wurden zu unserem Lampenfieber auch noch nervös. Da wir schon ganz gut mit den Paddeln umgehen können, brachten wir uns in Startposition. Das Startsignal löste das Lampenfieber und versetzte die Muskeln in höchste Anspannung. Alle bisherigen Erfahrungen und die Anweisungen unseres Trommlers versuchten wir umzusetzen. 200 m gelang uns dies auch ganz gut, kannten wir diese Distanz doch schon von drei Wettkämpfen. Keiner von uns konnte sich aber vorstellen, wie lang die letzten 50 Meter, um welche die Strecker diesmal länger waren, sein konnten. Mit einer Zeit von 1:10,56 qualifizierten wir uns als 9. beste Mannschaft für die FUN-Sport-Gruppe. Dies war eine der ungünstigsten Zeiten die man fahren durfte, was die Zusammensetzung der Vorläufe anbetraf.

Nach einem Erholungsschlaf und einem kleinen Imbiss werteten wir die Qualifikation aus und schmunzelten über die erneute Vorbereitung unserer Nachbarn. Noch einmal Taktikbesprechung und es ging an die Erwärmung für den entscheidenden Vorlauf. Durch die 9. beste Zeit hatten wir in unserem Vorlauf, welcher gleichzeitig der erste der FUN-Sport-Gruppe war, zwei stärke Mannschaften mit auf den Nachbarbahnen. Inge, wie unser Trommler genannt wird, gab noch ein paar Verbesserungsvorschläge (eher –anweisungen) und wir standen mit den schon etwas ermüdeten Armen aus der Qualifikation den nächsten 250 Metern gegenüber. Am Start zeigte sich, dass wir alle Anweisungen umgesetzt hatten und wir als erste aus dem „Startblock“ fuhren. „Optisch eine Augenweide“ (unser Trommler) versuchten wir, diese Position bis ins Ziel zu fahren, wobei uns aber unsere Arme einen Strich durch die Rechnung machten. Letztendlich reiche die Kraft doch nicht und wir verpassten mit dem vierten Platz nach dem Zieleinlauf sowohl das große als auch das kleine Finale. Was uns bisher bei noch keinem Wettkampf gelungen ist, war die Verbesserung unserer gefahrenen Zeit innerhalb eines Wettkampfes. Sie ist bei 1:09,38 stehen geblieben. Meistens ließen die Kräfte nach und es wurde eher langsamer. So waren alle nur kurz niedergeschlagen und man wertete die Ergebnisse aus. Wenn man bedenkt, dass wir mit dieser Zeit im großen Finale 5. geworden wären, durch den starken Vorlauf aber nicht bis dahin gekommen sind so ist das mehr als eine starke Leistung – auf die alle im Team stolz sein können!

Nach der Erholungsphase, welche etwas länger dauerte als am Morgen und dem Suchen nach einem Defekt in der Stromversorgung für den Bierkühler (nicht das erste Mal an diesem Tag) schauten wir noch ein wenig bei den Finalläufen zu und versuchten ein paar Tricks bei den „Profis“ abzuschauen. Immerhin brauchte das Team, welches 2003 für Deutschland bei der WM starten, lediglich 54 Sekunden für die uns ewig langen 250 Meter. Nach einem gemütlichen Grillabend, Sambaklängen bei der Siegerehrung, dem Entfachen eines Schwedenfeuers und gemütlichem Beisammensein vielen alle erschöpft ins Zelt und träumten vom nächsten Wettkampf, bei dem man vieles anderes machen würde.
Alles in allem war es ein schöner und auch lehrreicher Wettkampf. Gerne werden wir an unsere erste „große Fahrt“ zurückdenken und auch in den kommenden Jahren, so es Hamburg will, wieder an den Start gehen. Wir bedanken uns natürlich auch an dieser Stelle bei unseren Sponsoren und allen aus dem Team für das gelungene Wochenende.

kossi

   geschrieben von: kossi

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